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Samstag, 17. Februar 2018

Weitere Schadinsekten

Da­rü­ber hi­naus gibt es noch vie­le wei­te­re Scha­din­sek­ten, die Holz als Nah­rungs­quel­le be­nö­ti­gen. Um die je­wei­li­ge Art des Be­falls exakt zu be­stim­men, ist eine Un­ter­su­chung er­for­der­lich. Ne­ben den ein­hei­mi­schen Kä­fer­ar­ten ver­brei­ten sich zu­neh­mend aus Asi­a­ti­schen, Af­ri­ka­ni­schen und Ame­ri­ka­ni­schen Län­dern ein­ge­schlepp­te Ar­ten:

  • Brau­ner Splintholz­kä­fer (Lyc­tus brun­neus)
  • Ge­mei­ne Holz­wes­pe (Sirex ju­vencus)
  • Ge­scheck­ter oder Bun­ter Na­ge­kä­fer, "To­ten­uhr" (Xes­to­bi­um ru­fo­vil­lo­sum)
  • Trotz­kopf (Co­e­loste­thus per­ti­nax)
  • Schwamm­holz-Na­ge­kä­fer (Pri­o­bi­um car­pi­ni)
  • Li­nier­ter Splintholz­kä­fer "Par­kett­kä­fer" (Lyc­tus li­ne­a­ris)
  • Ame­ri­ka­ni­scher Splintholz­kä­fer (Lyc­tus af­ri­ca­nus Les­ne)


Tierische Holzschädlinge

Der Ge­wöhn­li­che Na­ge­kä­fer, (Ano­bi­um Punkt­atum)

Der Ge­wöhn­li­che Na­ge­kä­fer ist in un­se­ren Brei­ten der am häu­figs­ten vor­kom­men­de Holz­wurm.

Die Lar­ve des Kä­fers greift Na­del- und Laub­höl­zer glei­cher­ma­ßen an und be­vor­zugt das wei­che­re Splintholz. Küh­le und feuch­te Räum­lich­kei­ten bil­den die op­ti­ma­len Ent­wick­lungs­be­din­gun­gen. Der 2,5 bis 4,5 mm lan­ge ova­le Kä­fer ist meist dun­kel- bis schwarz­braun.

Ris­se, alte Bohr­lö­cher oder Spal­ten be­vor­zugt das Weib­chen als Ab­la­ge­or­te für ihre 20-30 Eier. Die Lar­ven schlüp­fen nach cir­ca 2 bis 3 Wo­chen und boh­ren sich in das Holz ein. Die Ent­wick­lungs­zeit der Lar­ven ist er­staun­lich lang, je nach Holz­feuch­te und Nah­rungs­qua­li­tät dau­ert sie 2 bis 8 Jah­re, un­ter Um­stän­den so­gar län­ger. Da­nach ver­pup­pen sich die Lar­ven, schlüp­fen und flie­gen als Kä­fer aus zur Su­che ei­nes Ge­schlechts­part­ners. Dies ge­schieht in ei­nem Zeit-Fens­ter von Mai bis Juli.

In­te­res­sant ist, daß der Kä­fer selbst kei­ne Ver­dau­ungs­or­ga­ne mehr be­sitzt und folg­lich auch kein Holz frißt! Sein Ent­wick­lungs­sta­di­um dient nur noch der Part­ner­su­che, Be­fruch­tung und Ei­abla­ge. Da­nach stirbt der Kä­fer.

Die kreis­run­den Bohr­lö­cher, durch die die Kä­fer das Holz ver­las­sen, sind zwi­schen 0,7 und 2 mm groß und wei­sen grund­sätz­lich auf ei­nen Be­fall hin.

Ob die­ser noch ak­tiv ist, läßt sich erst im Früh­jahr am Aus­tritt fei­nen Bohr­mehls feststel­len. Die Lar­ve be­wegt sich aus­schließ­lich im Holz, in­dem sie das sog. Nag­sel hin­ter sich ver­dich­tet und bohrt kei­ne Lö­cher! Wenn es un­ter dem Jahr "rie­selt", dann kann dies auch durch Ob­jekt­er­schüt­te­run­gen ver­ur­sacht wer­den, die das Nag­sel im Bohr­loch lo­ckern. Ein Be­leg für ak­ti­ven Be­fall ist dies kei­nes­falls.

Größe­re Men­gen Bohr­mehl kön­nen da­ge­gen u.a. be­le­gen, daß hier mit ho­her Wahr­schein­lich­keit ein Jä­ger - wie z.B. eine Schlupf­wes­pe - am Wer­ke ist, auf der Su­che nach wohl­schme­cken­den Lar­ven.
Holz­schutz­mit­tel tö­ten auch die­se Nütz­lin­ge ...!

Der Haus­bock (Hy­lot­ru­pes Ba­ju­lus)

Als heim­li­cher Be­woh­ner von Dachs­tüh­len hat sich der Haus­bock ei­nen un­lieb­sa­men Na­men ge­macht. Sei­ne Ge­fähr­lich­keit er­hält er als sog. "sta­ti­scher Kä­fer", der im Lauf der Jah­re durch sei­ne enor­me Po­pu­la­ti­on ein Haus im schlimms­ten Fall zum Ein­sturz brin­gen kann. Des­halb ist ein Be­fall auch un­be­dingt mel­de­pflich­tig - d.h. daß ein Fach­mann zu­ra­te ge­zo­gen wer­den muß, der Wege zur ak­ti­ven Be­kämp­fung auf­zeigt.

Der Haus­bock be­fällt aus­schließ­lich Na­del­holz und be­vor­zugt war­me und feuch­te Kli­ma­ver­hält­nis­se. Der fla­che, dun­kel­brau­ne bis schwar­ze Kör­per er­scheint in der Auf­sicht oval und wei­ße Här­chen an Flü­gel­de­cken und Hals­schild bil­den die cha­rak­te­ris­ti­schen To­ment­fle­cken.

Durch­schnitt­lich ist der Haus­bock-Kä­fer 8 bis 20 mm lang. Vom Weib­chen wer­den in klei­ne Spal­ten und Bohr­lö­cher Ge­le­ge von bis zu 200 Ei­ern ab­ge­legt. Aus den 2 mm gro­ßen Ei­ern schlüp­fen nach cir­ca 1 bis 4 Wo­chen klei­ne Lar­ven. Die­se na­gen sich in die ei­weiß­rei­chen Holz­schich­ten, in de­nen sie sich durch­schnitt­lich 3 bis 8 Jah­re von den Pro­tei­nen des Hol­zes er­näh­ren. Von ei­nem Holz­bock­be­fall ist meist nur das Splintholz von Na­del­höl­zern be­trof­fen, da im Splintholz der Ei­weiß­ge­halt sehr hoch ist.

Die ein­mo­na­ti­ge Ver­pup­pung der Lar­ven fin­det meist im Früh­jahr statt. Um das Holz zu ver­las­sen, nagt der Kä­fer sich zur Holz­ober­flä­che, wo­durch die cha­rak­te­ris­ti­schen, ova­len, ca. 4 x 7 mm gro­ßen Schlupf­lö­cher ent­ste­hen, an­hand de­rer der Haus­bock­be­fall meist erst be­merkt wird.

Die Ei­gen­art des Haus­bocks, sei­ne Fraß­gän­ge nur bis dicht un­ter die Holz­ober­flä­che zu na­gen, macht ihn be­son­ders ge­fähr­lich. Zur Tar­nung läßt er nur eine pa­pier­dün­ne Schicht ste­hen. Die Fraß­gän­ge he­ben die dün­ne Holz­ober­flä­che meist leicht an, wo­durch im Streif­licht eine Auf­wöl­bung zu er­ken­nen ist. Ist die Ober­flä­che ent­fernt, so sind die Fraß­gän­ge mit dem fei­nen aber kom­pak­ten Bohr­mehl deut­lich zu er­ken­nen.